EBBE (Kurzfilm)

Kurzfilm in eigener Regie - 2010

Idee, Konzept, Kostümbild, Ausstattung, Spiel, Kamera, Schnitt, Ton: Marianne Heide 

Remake von Věra Chytilovás „Tausendschönchen“ (ČSR 1966)

„Wir bilden uns nicht mehr ein, dass wir uns in Ketten befinden (etwa in Kausalketten oder einem Bausch von Gesetzen und Vorschriften). Und, dass Freiheit der Versuch ist, diese Ketten zu brechen, sondern eher, dass wir in ein absurdes Chaos von Zufall getaucht sind, und dass Freiheit der Versuch ist, diesem Chaos Form und Sinn zu verleihen. Dieses Umformulieren der Frage „Freiheit wovon?“ in „Freiheit wozu?“ ist für den Umbruch in unserem Denken außerordentlich kennzeichnend.“

Villem Flusser

Die Arbeit untersucht die Relativität der subjektiven Wahrnehmung. Eine Figur
wird in zwei Frauen, die ein und dieselbe zu sein scheinen, gespalten. Sie 
leben in scheinbar unbegrenzter Freiheit, die zu Überforderung, Überdruss und 
Passivität führt. 

EBBE will keine Fragen beantworten oder eine lineare Geschichte erzählen,
sondern wählt eine kaleidoskopartige, Nouvelle Vague inspirierte Erzählweise.
Durch Rhythmus, Farben, Töne und Symbole wird eine nicht eindeutig zu greifende,
skurrile Stimmung aufgebaut. Die Diskontinuität räumlicher Zusammenhänge unter- 
stützt diese Irritation und verschmilzt die verschiedenen Ebenen, macht sie schwer
durchschaubar. Die Blicke der Darstellerin, die beide Rollen verkörpert, richten
sich aus dem Bild heraus oder in den Spiegel auf die Andere. Sprache und Spielweise
sind püppchenhaft artifiziell. Ein Soundteppich aus Wassertönen untermalt die sich
im Kreis drehenden Dialoge/Monologe.

Ausstattung, Maske und Kostüm zitieren eine 60er Jahre Ästhetik, ohne dass die
Handlung des Films in dieser Zeit zu verorten wäre. So entsteht eine eigene 
Dimension. Die Atmosphäre schwankt zwischen kalt/warm, bunt/schwarz-weiß, 
skurril/kitschig, unwirtlich/heimelich, melancholisch/süßlich.
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